Bewerben mit Kind ist für uns Frauen ein schmaler Grad zwischen Ehrlichkeit und Benachteiligung.

Szene aus einem Bewerbungsgespräch einer Mutter:

„Sie haben ein kleines Kind? Aha.“ Schon legt sich die Stirn des Personalisten in Falten. Sie können richtiggehend sehen, wie in seinem Kopf die Gedanken rotieren: Wenn sie ein Kind hat, dann hat sie sicher viele Fehlzeiten, weil Kinder ständig krank sind. Überstunden kann sie auch keine machen. Und überhaupt ist neben einem Kind der Beruf immer zweitrangig. Wer weiß, ob sie sich bei uns voll reinhängt…

Wem kommt das bekannt vor? Hand hoch!

Mir kommt es jedenfalls sehr bekannt vor. Ich habe einige solcher Bewerbungsgespräche selbst erlebt. Besonders wenn sich eine Frau für eine Vollzeitstelle bewirbt, wird ein kleines Kind im Kindergarten- oder Volksschulalter zu einem Hemmschuh.

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Die Frage ist: Soll ich mein Kind in der Bewerbung verschweigen?

Dazu von mir ein klares NEIN!

Sie sollten Ihr Kind in Ihrem Lebenslauf auf keinen Fall verschweigen. Selbst wenn Sie Ihre Familie in den Bewerbungsunterlagen nicht erwähnen, wird sich der Personalist im Vorstellungsgespräch sicher danach erkundigen. Und wenn Sie dann erst mit der Sprache herausrücken, wird das bei Ihren Interviewpartnern ein ungutes Gefühl hinterlassen. Ihre Gesprächspartner werden sich fragen, warum Sie Ihre Familie verschwiegen haben, und das wird Skepsis und Verwirrung verursachen.

Mein Tipp des Tages:

Sagen Sie offen, dass Sie Kinder haben, und weisen Sie gleichzeitig auf die gesicherte Kinderbetreuung hin.

Sagen Sie Ihrem Gegenüber offen, dass Sie ein Kind haben. UND betonen Sie gleichzeitig, dass Ihre Kinderbetreuung gesichert ist. Was bedeutet gesicherte Kinderbetreuung:

  • Kindergarten hat auch nachmittags geöffnet.
  • In den Sommerferien gibt es einen Sommerkindergarten.
  • Ihr Partner kann sich seine Arbeitszeit flexibel einteilen.
  • Die Oma steht zur Verfügung.
  • Eine Nachbarin kann das Kind im Notfall abholen.

Das gibt Ihrem künftigen Arbeitgeber einerseits die Gewissheit, dass Ihr Kind nicht nur auf Sie alleine angewiesen ist. Zusätzlich vermitteln Sie den Eindruck, dass Sie Ihre Kinderbetreuung gut vorbereitet und organisiert haben.

Sagen Sie Ihrem Gegenüber offen, dass Sie ein Kind haben. UND betonen Sie gleichzeitig, dass Ihre Kinderbetreuung gesichert ist.

Karin Leitmüller

Je lockerer und selbstverständlicher Sie mit dem Thema Kind und Kinderbetreuung umgehen, umso mehr vermitteln Sie Ihrem künftigen Arbeitgeber den Eindruck, dass er diesen Punkt auch gelassen sehen kann.

Folgende Tatsachen sprechen für eine berufstätige Mutter – und scheuen Sie sich nicht, diese Vorteile auch Ihrem künftigen Arbeitgeber zu sagen:

  • Wer pünktlich aus dem Büro muss, um das Kind abzuholen, arbeitet effizienter als jemand, der keine fixen Schlusszeiten hat.
  • Damit werden auch teure Überstunden vermieden.
  • Wer Kind und Beruf unter einen Hut bringt, ist an sich schon ein Organisationstalent.

Vielleicht ist dann die Hemmschwelle der Arbeitgeber, eine qualifizierte Mutter einzustellen, etwas niedriger.

 

Noch eine Bemerkung zum Schluss:

JA – es gibt auch hier einen Unterschied zwischen Männern und Frauen!

Für weibliche Personalisten oder Führungskräfte, die vielleicht selbst schon ein Kind haben, ist es ganz selbstverständlich, dass sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. Sie leben das ja selbst jeden Tag. Nur manche Männer muss man erst überzeugen.

Und männliche Bewerber bekommen auf ein „Sie haben ein kleines Kind?“ meist zu hören „Gratuliere!“ Aber auch das ist ja nichts Neues.

Karin Leitmüller

Karin Leitmüller

Personalmanagement + Bewerbungsberatung

Mag. Karin Leitmüller, MA hat fast 15 Jahre Berufserfahrung im Rekruiting bei Personalsuche und Personalauswahl, davon über 10 Jahre Erfahrung als Führungskraft. Sie hat ursprünglich Sozialwirtschaft studiert, später Organisations- und Wirtschaftspsychologie. Jetzt unterstützt sie Arbeitsuchende und Veränderungswillige als Bewerbungsberaterin sowie Unternehmen bei deren Personalthemen. Sie durfte auch eigene Bewerbungserfahrungen sammeln, als sie sich als Mama mit Kind für Führungspositionen beworben hat.

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