Ein Motivationsschreiben ist wie Bauen mit Legobausteinen: Nur wenn Sie alle Bausteine zusammensetzen, wird Ihr Turm hoch genug. Genauso ist es mit Ihrem Motivationsschreiben: Nur wenn Sie alle Bausteine verwenden, ergibt sich für mich als Personalistin ein rundes Bild.

Baustein 1: Die Anrede

Zur Anrede gehört Name + Anschrift der Firma, und zwar vollständig und korrekt. Auch wenn Sie Ihre Bewerbung per E-Mail verschicken und nicht mit der Post, dient die Firmenadresse als Briefkopf.
Finden Sie heraus, wer in der Personalabteilung für Ihre Bewerbung zuständig ist. Oft steht die zuständige Ansprechperson schon im Stelleninserat. Manchmal müssen Sie aber auch bei der Firma anrufen und sich erkundigen, wer der Ansprechpartner für dieses Stelleninserat ist.
Dann verwenden Sie den Namen natürlich schon in der Anrede: „Sehr geehrte Frau XY“ oder „Sehr geehrter Herr XY“.

Verwenden Sie NIEMALS „Sehr geehrte Damen und Herren!“. NIEMALS NIEMALS NIEMALS!!!!!!!

Das ist, als würden Sie eine Postwurfsendung bekommen, die „An einen Haushalt“ adressiert ist. Und genauso wird Ihre Bewerbung dann auch behandelt. Das wollen Sie NICHT!

Baustein 2: Betreff und Einleitung

Schreiben Sie in die Betreffzeile hinein, für welche Stelle Sie sich bewerben. Oft hat eine Personalistin verschiedene offene Stellen zu besetzen. Da ist es eine enorme Erleichterung, wenn sie auf einen Blick erkennen kann, für welche Stelle die Bewerbung ist.
In vielen Bewerbungsratgebern ist zu lesen, dass der erste Satz mitreißend und fesselnd sein soll. Das setzt einen schon ein bisschen unter Druck, oder?

Ich persönlich hatte nie etwas gegen eine Standardformulierung wie „Ich habe auf karriere.at Ihr Stelleninserat gesehen“. Damit wusste ich auch gleich, auf welchem Weg der Bewerber von der offenen Stelle erfahren hat. Mögliche Varianten sind „Sie suchen einen XY?“ oder „Die ausgeschriebene Stelle als XY hat mein Interesse geweckt / hat mich dazu bewogen, mich zu bewerben / …“

Alle diese Anfänge sind total in Ordnung. Kein Personalist mit etwas Berufserfahrung und Verstand wird Ihre Bewerbung deshalb ablehnen, weil Ihr Einleitungssatz nicht mitreißend genug war.

Wenn Sie allerdings eine Idee für einen griffigen Anfangssatz haben, dann umso besser! Er muss nur zu Ihnen, zu Ihrer Bewerbung und zur Firma passen.

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Baustein 3: Warum gerade diese Position oder diese Firma?

Sie müssen dem Leser Ihrer Bewerbung zeigen, warum Sie sich ausgerechnet für diese ausgeschriebene Stelle bewerben. Beziehen Sie sich dabei auf die Position oder auf die Firma – oder beides.

Was ist es, das Sie an der Position besonders reizt? Haben Sie gerne Kundenkontakt? Ist Mode / Reisen / gutes Essen ein Hobby von Ihnen, und die Position dreht sich darum? Arbeiten Sie gerne im Verkauf, weil Sie Freude daran haben, dass die Kunden glücklich das Geschäft verlassen? Arbeiten Sie gerne in der Buchhaltung, weil Ihnen der Umgang mit Zahlen leicht fällt? Möchten Sie in der Feinkostabteilung eines Supermarktes arbeiten, weil Sie den Geruch von frischem Brot oder würzigem Käse lieben? Arbeiten Sie gerne in einem Bekleidungsgeschäft, weil Sie ein Händchen für Mode haben und andere gerne in der Wahl ihres Outfits beraten?

Sie sehen, worauf ich hinaus will.

Dasselbe gilt für die Firma, bei der Sie sich bewerben. Warum möchten Sie ausgerechnet bei diesem Arbeitgeber arbeiten? Sind Sie selbst Kunde und kaufen die Produkte? Hat der Arbeitgeber einen Preis gewonnen (z.B. kinderfreundlicher Betrieb, bester Arbeitgeber, etc.), und das hat Sie beeindruckt? Handelt es sich um einen Familienbetrieb / einen großen Konzern / ein junges Start-Up Unternehmen, und das ist genau der Wunscharbeitgeber, den Sie suchen? Ist die Firma bekannt für die gute Qualität ihrer Produkte?
Finden Sie etwas, das Ihrem potentiellen Arbeitgeber das Gefühl gibt, dass Sie unbedingt bei ihm arbeiten möchten. Das macht ihn stolz, und es weckt den Wunsch, mehr über Sie zu erfahren.

Ja, ich weiß.
Sie werden jetzt vielleicht sagen „Aber ich will doch nur irgend einen Bürojob.“ Das mag sein. Aber wenn Sie nicht in Ihrem Motivationsschreiben zeigen können, warum Ihr Herz für diesen Job oder für diese Firma schlägt, werden Sie im Nachteil sein gegenüber anderen Bewerbern, die das tun und können.

Finden Sie zumindest den kleinsten gemeinsamen Nenner!

Verwenden Sie KEINE Standardfloskeln!

Karin Leitmüller

Baustein 4: Was hat die Firma davon, ausgerechnet Sie einzustellen?

Hier müssen Sie klarstellen, was Ihre Stärken sind und welchen Nutzen die Firma daraus ziehen kann. Am besten beziehen Sie sich auf Anforderungen aus dem Stelleninserat, die Sie dann mit Beispielen aus Ihrem eigenen (Berufs-)Leben untermauern.

Bitte bitte tun Sie mir und vor allem sich selbst einen Gefallen und verwenden Sie keine Standardfloskeln.

„Ich bin gewissenhaft, verlässlich und motiviert, außerdem noch kommunikativ und teamfähig.“ Schnarch! Gewissenhaft, verlässlich und motiviert zu sein ist eine Grundvoraussetzung. Das müssen Sie nicht reinschreiben, davon gehe ich als Personalistin aus. Aber wenn das wirklich Ihre größten Stärken sind, dann macht das nicht viel her. Kommunikativ und teamfähig – was bedeutet das genau? Wenn Sie 10 verschiedene Personen fragen, was kommunikativ und teamfähig heißt, werden Sie 10 verschiedene Antworten bekommen.

Hände weg von Standardfloskeln! Picken Sie sich 2-3 Ihrer größten Stärken heraus, die im besten Fall auch eine Anforderung der offenen Stelle sind. Dann beschreiben Sie diese Stärke und/oder untermauern sie mit realen Beispielen.

„Ich bin sehr kommunikativ. Ich habe Spaß daran, auf neue Kunden zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“
„Meine Belastbarkeit und meine gute Menschenkenntnis habe ich während meiner Zeit als Kellnerin zur Genüge unter Beweis gestellt.“
„Es macht mir Freude, in Teams zu arbeiten, wie beispielsweise in den letzten beiden Jahren, als ich in einem Projektteam eine neue Software in unserer Firma eingeführt habe.“
„Ich bin eine sehr gewissenhafte Buchhalterin. Ich gehe nicht nach Hause, ohne kontrolliert zu haben, dass in der Saldenliste Soll-und-Haben Gleichheit herrscht.“
„Ich bin sehr wissbegierig, deshalb versuche ich, jede Woche ein Buch zu lesen.“

Je besser sich Ihr potentieller Arbeitgeber vorstellen kann, was für ein Mensch Sie sind und wie Sie ticken, umso leichter fällt es ihm, Sie zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen.

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Baustein 4 ¾: Gibt es Erklärungsbedarf?

Gibt es in Ihrem Lebenslauf einen Punkt, der erklärungsbedürftig ist? Beispielsweise einen Wechsel im Berufsfeld? Oder bewerben Sie sich als Mutter eines kleinen Kindes für eine Vollzeitstelle (ja, auch das ist leider noch immer erklärungsbedürftig)? Oder hatten Sie bis jetzt eine Führungsposition, aber jetzt bewerben Sie sich für eine Stelle ohne Personalverantwortung? Waren Sie bis jetzt im Außendienst und möchten jetzt in den Innendienst?

Sprechen Sie diesen Punkt aktiv an! Der Leser Ihrer Bewerbung muss sich ganz klar darüber sein, warum Sie diesen Schritt machen und sich für diese Stelle bewerben. Geben Sie eine einleuchtende, nachvollziehbare Begründung.

Beispiel: Da Sie jetzt Familienvater sind, möchten Sie keine Dienstreisen mehr machen. Oder als Führungskraft waren Sie zu sehr mit Personalagenden beschäftigt und der direkte Kontakt zum Kunden hat Ihnen gefehlt. Weil die Betreuung Ihrer Kinder gut organisiert ist, ist die Übernahme einer Vollzeitstelle für Sie kein Problem.

Baustein 5: Schluss

Gibt es etwas, was noch wichtig ist? Z.B. Sind Sie in einem aufrechten Dienstverhältnis, wo es Kündigungsfristen zu beachten gibt? Oder sind Sie auch kurzfristig verfügbar? Das kann bei eiligen Nachbesetzungen schon einen Unterschied ausmachen.

Ansonsten schließen Sie Ihr Motivationsschreiben beispielsweise mit einem einfachen „Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch.“

Extrapunkte gibt es, wenn Sie Ihre Unterschrift einscannen und Ihr Motivationsschreiben damit signieren.

Mag. Karin Leitmüller, MA.

Mag. Karin Leitmüller, MA.

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