Checkliste für den Wiedereinstieg nach der Karenz

Wenn Sie sich nach der Karenz für eine Stelle bewerben oder wenn Sie Ihren Wiedereinstieg in Ihren letzten Job planen, gibt es ein paar Dinge, die Sie im Vorfeld überlegen und organisieren sollten:

 

Aufbau eines starken Netzwerkes

Wie organisieren Sie Ihre Kinderbetreuung?

Meistens werden Sie Ihrem Arbeitgeber versichern, dass die Kinderbetreuung gesichert ist.

Das sollte aber nicht nur eine leere Phrase sein. Sie sollten wirklich im Vorhinein abklären, dass Sie ein verlässliches Netzwerk haben, das im Notfall einspringen kann, und wer Sie wie unterstützen kann.

Die wichtigste Person dabei ist natürlich Ihr Lebenspartner (wenn vorhanden). Ihre Flexibilität hängt schließlich auch von seiner Flexibilität ab. Kann er das Kind morgens zur Kinderbetreuung bringen? Kann er es an manchen Tagen abholen? Oder kann auch er mal zuhause bleiben, wenn das Kind krank ist? Klar, in der „akuten“ Phase einer Krankheit ist oft die Mama der einzig wahre Seelentröster für das Kind, aber dann kann ruhig auch mal der Mann Pflegeurlaub nehmen.

Sprechen Sie auch im Vorfeld schon mit Familie und Freunden. Können Oma und Opa das Kind mal vom Kindergarten abholen, damit Sie lange arbeiten können? Kann das Kind mal bei einem Kindergartenfreund den Nachmittag verbringen, wenn Sie Überstunden machen müssen? Oder kann es bei Ihren Schwiegereltern übernachten, wenn Sie auf Dienstreise sind?

Wie überbrücken Sie die Zeit in den Ferien? Kann das Kind ein paar Tage bei Oma und Opa Urlaub machen? Oder können Sie vielleicht mit befreundeten Eltern eine Vereinbarung treffen, dass Ihr Kind ein paar Tage bei ihnen bleiben darf und dafür deren Kind ein paar Tage bei Ihnen bleibt? Damit ist Ihnen und wahrscheinlich auch der anderen Familie in der Ferienzeit geholfen.

Wenn Sie Art und Ausmaß der möglichen Unterstützung schon im Vorfeld besprechen, ist es im Ernstfall weniger aufwendig, auf diese Unterstützung zurückzugreifen.

 

Ausmaß der Arbeitszeit

Das Ausmaß der Arbeitszeit ist ein wichtiger Faktor, den Sie als Mutter bedenken müssen. Klar ist: je weniger Stunden Sie arbeiten, umso einfacher ist es, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Je mehr Stunden Sie arbeiten, umso höher ist Ihr Organisationsaufwand und umso mehr sind Sie darauf angewiesen, dass Sie Unterstützung von Ihrem Partner oder Ihrem Netzwerk bekommen. Denn grob gesagt bedeutet ein Kind, das eine Woche krank ist, für eine berufstätige Mutter mit 10 Wochenstunden weniger Organisationsaufwand als für eine Mutter, die Vollzeit arbeitet.

Aber nur wenige Wochenstunden zu arbeiten, hat in den meisten Fällen 3 gravierende Auswirkungen, die Sie bedenken sollten:

1. Keine verantwortungsvollen Tätigkeiten

Je weniger Stunden Sie arbeiten, umso weniger verantwortungsvoll wird Ihre Tätigkeit sein. Beispielsweise werden Sie mit 15 Wochenstunden wahrscheinlich keine wichtigen (Kunden-)Projekte mehr betreuen. Ich weiß von vielen Müttern, im Vorhinein dachten, dass ihnen das nichts ausmacht. Schließlich arbeiten sie ja zum Wohle der Familie nur wenige Stunden. Im Nachhinein fällt es ihnen aber doch schwerer als gedacht, dass plötzlich andere Kollegen an den Vorstand berichten oder die spannenden Projekte leiten dürfen. Sie selbst dürfen nur Hintergrundarbeiten ausführen.

2. Abwärtsspirale bei Gehalt und Karriere

Wenige Wochenstunden zu arbeiten ist meist der Anfang einer gehalts- und karrierebezogenen Abwärtsspirale. Da Sie keine herausfordernden Aufgaben erhalten, können Sie nicht mehr mit Ihrer Expertise glänzen. Trainings und Weiterbildungen, die vom Arbeitgeber ausgehen, werden für Vollzeitmitarbeiter geplant. Sie fallen bei Gehaltserhöhungen und Beförderungen durch den Rost. Somit öffnet sich die oft diskutierte Gehaltsschere, weil Sie nicht nur anteilig im Vergleich zu Vollzeit weniger verdienen, sondern weil ab jetzt Ihre Gehaltskurve drastisch abflacht. Je länger Sie von spannenden Tätigkeiten weg sind, umso schwerer wird es Ihnen fallen, sich für neue verantwortungsvollere Positionen zu bewerben – egal ob extern oder firmenintern.

Überlegen Sie sich im Vorfeld, wer Sie unterstützen kann!

Karin Leitmüller

Bewerbungsberaterin

3. Unpassende Arbeitslast

Arbeitgebern fällt es oft schwer, die Arbeitslast für eine geringe Stundenanzahl richtig einzuschätzen. Das läuft dann dahin hinaus, dass Sie entweder unterfordert sind, weil man Ihnen „wegen Ihrer geringen Anwesenheit ohnehin keine laufenden Aufgaben übertragen kann“. Oder Sie haben ständig zu viel Arbeit auf dem Tisch, wodurch Sie sowieso immer mehr als Ihre geplanten Wochenstunden arbeiten müssen.

Selbstverständlich werden Sie Ihre Arbeitszeit auch mit Ihren Dienstgeber vereinbaren müssen. Aber auch wenn Sie seine Vorschläge abwägen, sollten Sie die oben erwähnten Punkte bedenken.

 

Perfektionismus ade

Verabschieden Sie sich von 2 Gedanken:

  1. Alles muss immer perfekt erledigt werden
  2. Perfekt ist es nur, wenn ich es selber mache

Viele Frauen legen sich selbst einen enormen Druck auf, indem sie zu Hause alles perfekt machen möchten. Oft auch mit dem Hintergedanken, dass der Haushalt ja nicht unter Ihrer Berufstätigkeit leiden soll. Meistens geht es dabei auch um die Meinung Außenstehender.

„Ich muss unbedingt Unkraut jäten. Was sagen sonst die Nachbarn, wenn unser Garten so verwildert ausschaut?“ „Ich bügle immer die Kleidung meines Kindes. Was sollen sich sonst die anderen Mütter im Kindergarten denken?“ „Ich habe zwar heute länger arbeiten müssen, aber ich werde trotzdem etwas Gesundes und Ausgewogenes kochen. Ich kann ja nicht immer nur Spaghetti machen.“

Mit solchen oder ähnlichen Gedanken machen Sie sich selbst das Leben schwer. Atmen Sie tief durch und überlegen Sie, was denn SCHLIMMSTENFALLS passieren kann. Meistens sind dann auch die schlimmsten Folgen gar nicht soooo schlimm…

Und lassen Sie sich helfen! Sie müssen nicht alles selber machen. Geben Sie auch Ihrem Partner die Chance mitzuhelfen!

Ja, auch Männer sind in der Lage, Wäsche zu waschen oder Staub zu saugen. Und auch hier geht die Welt nicht unter, wenn Ihr Partner mal das falsche Waschpulver verwendet oder die Wäsche auf eine andere Art zusammenfaltet, als Sie es machen.

Besprechen Sie schon im Vorfeld, wer wofür zuständig ist, damit nicht die gesamte Arbeit im Haushalt an Ihnen hängen bleibt.

 

Zusammenfassend werden Sie sich Ihr Leben leichter machen, wenn Sie sich schon im Vorhinein überlegen, wieviel Sie im Job arbeiten möchten und wer Sie in welcher Form zuhause bei der Kinderbetreuung und im Haushalt unterstützen kann.

Karin Leitmüller

Karin Leitmüller

Bewerbungsberatung & Personalmanagement

Ich habe fast 15 Jahre Berufserfahrung mit Personalsuche und Personalauswahl, davon über 10 Jahre Erfahrung als Führungskraft. Ursprünglich habe ich Sozialwirtschaft studiert, später Organisations- und Wirtschaftspsychologie. Jetzt unterstütze ich Arbeitsuchende und Veränderungswillige als Bewerbungsberaterin, sowie Unternehmen als „externe Personalabteilung“ beim Rekruiting oder bei deren Personalthemen. Ich durfte auch eigene Bewerbungserfahrungen sammeln, als ich mich als Mama mit Kind für Führungspositionen beworben habe.

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